Vielfalt erlebbar gemacht: Inklusionstage an der Grundschule Flonheim

An der Grundschule Flonheim fanden zum dritten Mal die Inklusionstage statt. Das gemeinsame Projekt der Schule in Zusammenarbeit mit dem Behindertenbeirat des Landkreises Alzey-Worms sowie der Schulsozialarbeit der VG Alzey-Land verfolgt das Ziel, bei Schülerinnen und Schülern Berührungsängste abzubauen, Verständnis zu fördern und das Thema Vielfalt erlebbar zu machen.

41 Kinder der vierten Klasse nahmen an zwei Tagen an verschiedenen Workshops und Gesprächsrunden teil, die in der Turnhalle, auf dem Schulgelände und im Klassenzimmer stattfanden. Dabei informierten die engagierten Mitglieder des Behindertenbeirats Nina Becker und Reiner Jakobs die Schülerinnen und Schüler über das Leben mit Behinderung. 

Landrat Heiko Sippel, der die Schule während der Inklusionstage besuchte, unterstrich die Bedeutung des Projekts und setzte ein sichtbares Zeichen für Inklusion: In Anlehnung an den Welt-Down-Syndrom-Tag trug er zwei verschiedene Schuhe, um darauf hinzuweisen, wie vielfältig unsere Gesellschaft ist. Reiner Jakob freute sich darüber, dass die Aktion auch von den Kindern aufgegriffen wurde: „Auch vier Kinder haben heute unterschiedliche Schuhe an.“

Das große Interesse der Kinder zeigte sich auch in einem Gesprächskreis, in dem Nina Becker und Reiner Jakobs zahlreiche Fragen der Kinder über den Alltag mit Behinderung beantworteten. Dabei demonstrierte Nina Becker die Vorlesefunktion ihres Handys, die sie als Blinde täglich nutze. Sie resümierte: „Die Kinder stellen sehr offene Fragen. Man merkt, dass sie sich Gedanken machen.“ Zudem zeigte sie den Schülerinnen und Schülern eine Schreibmaschine mit lediglich sechs Tasten, mit der sie Worte in Brailleschrift, der Blindenschrift, auf Papier stanzte. 

In der Turnhalle hatten die Schulsozialarbeiterinnen einen Rollstuhlparcours aufgebaut und mithilfe von Turnmatten Bordsteinkanten nachgebildet. Die Kinder erfuhren dabei, wie Barrieren Menschen mit Behinderung im Alltag einschränken. Schulsozialarbeiterin Nadine Riedel unterstrich, dass die Inklusionstage die Kinder darin bestärkten, sich in andere hineinzuversetzen. Sie hätten viel aus dem Projekt mitgenommen: „Am Anfang kam die Frage auf: ‚Sind Menschen mit Behinderung ‚anders‘?‘ Im Laufe des Projekts haben die Kinder dann gesagt: ‚Nein, sie sind genauso wie wir.‘“ Das Projekt findet in diesem Jahr neben Flonheim auch an den Grundschulen in Erbes-Büdesheim, Gau-Odernheim und Flomborn  statt.