Kreistag stimmt für neue IGS in Alzey
Mit dem Beschluss kommt der Kreistag dem Bedarf an den Gymnasien und den Förderschulen in Alzey nach. „Wir sehen hier eine große bildungspolitische Chance“, erklärte Landrat Heiko Sippel. Im Elisabeth-Langgässer-Gymnasium und im Gymnasium am Römerkastell brauche man in den nächsten Jahren insgesamt vier neue Klassen in der Orientierungsstufe, erläuterte der Landrat. „Der Neubau eines Gymnasiums wäre absolut überdimensioniert“, betonte Sippel.
Hinzu komme der Zeitdruck: „Der Neubau einer Schule dauert, realistisch geschätzt, etwa acht Jahre.“ Der Bedarf sei aber in den kommenden Schuljahren akut und bestehe ab 2035 nicht mehr. Mit ihrem integrativen Konzept könne die neue IGS diese Schülerzahlen auffangen.
Das Ziel ist, dass die IGS je nach Bedarf in das Gebäude der Realschule hineinwächst. Denn die Schule könne vorerst noch einen Teil der Realschülerinnen und Realschüler aufnehmen.
Der Kreistag beauftragt die Verwaltung, die weiteren erforderlichen Schritte in den nächst höhergestellten Institutionen zu gehen, damit die nötigen Gebäude und Räume geschaffen werden können.
Der Kreistag beschloss zudem mehrere zusätzliche Ausgaben, die bisher nicht im Haushalt vorgesehen waren. Dazu zählen insgesamt fünf Millionen Euro für die Eingliederungshilfe zur Teilhabe am Arbeitsleben. Landrat Sippel machte deutlich: „Der mit den Leistungen verbundene bürokratische Aufwand muss verringert werden, damit das Geld bei den Betroffenen ankommt.“ Zudem forderte er, dass der Landkreis bei den Vereinbarungen von Verträgen mitverhandeln dürfe. Dies liege aktuell nur in der Hand des Landes. Rund eine Million Euro muss der Kreis hinzukommend zusätzlich für die Abteilung Jugend und Familie aufbringen. Dies betrifft die Sozialpädagogische Familienhilfe, die ambulante Eingliederungshilfe und den Unterhaltsvorschuss.
Einstimmig votierten die Mitglieder des Gremiums für die Bereitstellung von rund 302.000 Euro für einen Teil der Personalkosten, die in der vorübergehend eingerichteten integrierten Leitstelle für den Brand- und Katastrophenschutz in Mainz anfallen. „Die zentrale Leitstelle ist ein Vorteil bei der Alarmierung in allen beteiligten Rettungsdienstbereichen, auch im Landkreis Alzey-Worms“, erklärte Sippel. Im Veterinäramt fallen außerdem 70.000 Euro im Tierschutzbereich an, die nicht im Haushalt eingeplant waren.