Barrierefreiheit im Praxistest – Diesmal war der Behindertenbeirat in Saulheim unterwegs
Die Begehungen bilden einen wichtigen Bestandteil des kommunalen Aktionsplans des Behindertenbeirats zur Inklusion. Ziel ist es, Barrieren vor Ort sichtbar zu machen und gemeinsam mit den Kommunen konkrete Verbesserungsmöglichkeiten zu entwickeln. Zu dem Rundgang eingeladen worden waren zudem Mitglieder des Kreistags.
Gemeinsam mit Ortsbürgermeister Christoph Fölix machten sich die Teilnehmer bei angenehmen spätsommerlichen Temperaturen auf den Weg durch den rund 8300 Einwohner zählenden Ort. Sie nahmen typische Wege unter die Lupe, darunter die Verbindung vom Friedhof Ober-Saulheim ins Ortszentrum, den Rathausplatz, die Ritter-Hundt-Straße, das Bürgerhaus sowie verschiedene Kreuzungen und Gehwege. Menschen mit Rollstuhl, Rollator und Blindenstock brachten dabei wichtige persönliche Erfahrungen ein. Auch die Perspektiven von Eltern mit Kinderwagen flossen in die Beurteilung ein.
„Bei einer Ortsbegehung bekommen wir einen ganz anderen Blick auf die alltäglichen Wege. Was auf den ersten Blick problemlos aussieht, kann für viele Menschen schnell zu einem Hindernis werden“, sagte Monique Schäfer vom Sozialamt, die den Rundgang in Zusammenarbeit mit Ortsbürgermeister Christoph Fölix organisiert hatte.
Schnell wurde deutlich, dass insbesondere die Breite und Beschaffenheit der Gehwege an einigen Stellen Probleme bereiten. So müssen Rollstuhlfahrer an der Kreuzung Friedhofstraße/Nieder-Saulheimer-Straße teilweise auf die Fahrbahn ausweichen. Auch parkende Autos auf Gehwegen erschweren die Nutzung für Menschen mit Rollstuhl oder Rollator.
Die Belange von Menschen mit Sehbehinderung spielten ebenfalls eine wichtige Rolle. An einigen Stellen fehlten laut Teilnehmer geeignete Leit- und Orientierungselemente. Im Bereich des Bürgerhauses erschweren zahlreiche Poller und dekorative Elemente die Orientierung mit dem Blindenstock.
Neben den festgestellten Barrieren gab es auch positive Beispiele. Die Gruppe bewertete die abgesenkten Bordsteine an der Kreuzung Pertelgasse/Neupforte positiv. Auch die ebenerdige Gestaltung im Bereich des Bürgerhauses bietet gute Voraussetzungen für Menschen mit Rollstuhl oder Rollator. Die ausreichende Gehwegbreite in der Ritter-Hundt-Straße fiel ebenfalls positiv auf.
