„Deutsche Staatsangehörigkeit ist ein Herzensanliegen“

Einbürgerung: 102 Menschen aus 34 Herkunftsländern erhalten deutsche Staatsangehörigkeit

Im Rahmen einer Feierstunde des Landkreises Alzey-Worms erhielten 102 Menschen ihre Einbürgerungsurkunden. Begleitet wurden sie dabei von Familienangehörigen, Freunden und Unterstützerinnen und Unterstützern.

In seiner Ansprache gratulierte Landrat Heiko Sippel den neuen Staatsbürgerinnen und Staatsbürgern und würdigte die Entscheidung für die deutsche Staatsangehörigkeit. „Sie alle wollen ein Teil der Gemeinschaft und Gesellschaft sein“, sagte der Kreischef. Die Einbürgerung sei zugleich ein Bekenntnis zu Demokratie und Freiheit und verbinde Rechte mit Pflichten.

„Die Einbürgerung wird nicht geschenkt“, betonte der Landrat. Voraussetzung seien unter anderem ausreichende Sprachkenntnisse, ein straffreies Leben, die eigenständige Sicherung des Lebensunterhalts sowie die Anerkennung der deutschen Rechtsordnung und Geschichte. Für viele Menschen sei die Einbürgerung ein lang gehegtes Ziel. „Deutsche oder Deutscher zu werden, ist ein Herzensanliegen“, so Sippel.

Mit der deutschen Staatsangehörigkeit eröffnen sich neue Möglichkeiten der gesellschaftlichen und politischen Teilhabe. Dazu zählen insbesondere das Wahlrecht und mehr rechtliche Sicherheit. Als deutsche Staatsbürgerinnen und Staatsbürger sind die Eingebürgerten zugleich Bürgerinnen und Bürger der Europäischen Union und profitieren unter anderem von der europäischen Freizügigkeit.

Demokratie und Freiheit zeigten sich dabei nicht nur in politischen Rechten, sondern auch im täglichen Zusammenleben, erklärte Sippel. Meinungsfreiheit, Gleichberechtigung, unabhängige Rechtsprechung, Ehrenamt, duale Ausbildung und die Erinnerungskultur seien wichtige Bestandteile unserer Gesellschaft. „Demokratie ist wunderbar, es ist wunderbar frei zu sein“, sagte der Landrat. Deutschland sei nicht perfekt, doch Freiheit und Wohlstand suchten ihresgleichen.

Die Vielfalt der Gesellschaft spiegelte sich auch in den Herkunftsländern der Eingebürgerten wider. Die 102 Menschen kamen aus insgesamt 34 verschiedenen Ländern, darunter Italien, Polen, Kroatien, Kolumbien und die Niederlande sowie zahlreichen weiteren Staaten. Die Altersspanne der Eingebürgerten reichte von vier bis 74 Jahren.

Nach dem feierlichen Bekenntnis zum Grundgesetz überreichte Landrat Heiko Sippel die Einbürgerungsurkunden. Für die neuen Staatsbürgerinnen und Staatsbürger sei dies ein besonderer Augenblick gewesen, so Sippel. Anschließend sahen die Anwesenden eine Videobotschaft von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier mit Glückwünschen zur Einbürgerung. Gemeinsam sangen sie zum Abschluss die Nationalhymne.

Dr. Christoph Brehler, ehemaliger langjähriger Musiklehrer an der Kreismusikschule Alzey-Worms, sorgte für die musikalische Umrahmung der Feier. Am Violoncello spielte er zwei Capricci des italienischen Komponisten Giuseppe Maria Dall’Abaco.

An der Feierstunde nahmen auch die Vorsitzende des Beirats für Menschen mit Migrationshintergrund, Derya Dogan, und Beisitzer Rodi Almohamad teil.

Die Zahl der Einbürgerungen im Landkreis Alzey-Worms ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. 2021 erhielten 222 Menschen die deutsche Staatsangehörigkeit, 2022 waren es 301, 2023 insgesamt 296 und 2024 bereits 346. Im vergangenen Jahr wurde mit 422 Einbürgerungen ein neuer Höchststand erreicht. 2026 sind bislang 354 Menschen eingebürgert worden. Da noch zwei weitere Einbürgerungsfeiern terminiert sind, wird diese Zahl weiter steigen. Angesichts der Entwicklung sprach Landrat Sippel von „Rekordzahlen“.