KleiderEck Wörrstadt ist „Ehrenamt des Monats“ im Juli: Ein Ort für Nachhaltigkeit, Begegnung und Unterstützung

Wer das KleiderEck Wörrstadt betritt, findet hier nicht einfach gebrauchte Kleidung und Haushaltsartikel. „Wenn man hier hineinkommt, hat man fast das Gefühl, in einem Modesalon oder einer Boutique zu stehen“, sagte Landrat Heiko Sippel bei der Auszeichnung. Qualität werde hier großgeschrieben – und gleichzeitig gehe es um weit mehr als um Kleidung. Für ihr langjähriges Engagement zeichnete der Kreischef die 16 ehrenamtlich aktiven Frauen des KleiderEcks mit dem Prädikat „Ehrenamt des Monats“ im Juli aus. Unterstützt wird das Team bei der Verwaltung der Einnahmen und bei schriftlichen Aufgaben von den beiden Ehrenamtlichen Herr Bürgers und Herr Schnabel aus der katholischen Kirche.

Das Kleidereck ist im Oktober 2015 aus dem „Runden Tisch“ in Wörrstadt hervorgegangen. In diesem Zusammenschluss engagierten sich die evangelischen und katholischen Kirchengemeinden, das Ordnungsamt und zahlreiche Ehrenamtliche für die Unterstützung von Geflüchteten in der Verbandsgemeinde. Die Idee war, Menschen, die neu in der Region angekommen waren, unkompliziert mit Kleidung und Dingen des täglichen Bedarfs zu versorgen. Von Anfang an war das Angebot jedoch für alle Menschen offen. Die Einnahmen aus der Weitergabe der Waren gegen Spende fließen vollständig in soziale Projekte.

Seit 2021 befindet sich das KleiderEck in zentral gelegenen und gut erreichbaren Räumlichkeiten. Die Ehrenamtlichen haben diese mit viel Engagement und Liebe zum Detail eingerichtet, die Verbandsgemeinde Wörrstadt übernimmt die Miete. Neben Kleidung und Schuhen werden auch Haushaltsartikel, Spielsachen und weitere Dinge angenommen, die bei der Gründung eines neuen Hausstands benötigt werden können. Was übrig bleibt, wird mit Hilfskonvois in die Ukraine, nach Rumänien oder Albanien weitergegeben.

„Das KleiderEck hilft und unterstützt Menschen, die einen Anlaufs- und Begegnungsort benötigen“, betonte Landrat Sippel. Genau dieser Gedanke ist heute wichtiger denn je. Denn während mittlerweile nur noch wenige Geflüchtete zur Kundschaft gehören, wächst die Zahl der Nutzenden stetig. Aus einem Projekt der Flüchtlingshilfe ist eine etablierte soziale Einrichtung geworden, in der neben der Weitergabe von Waren vor allem Begegnung und gegenseitige Unterstützung zählen. „Man merkt: Hier sind Menschen für mich da“, so Sippel.

Das KleiderEck lebt dabei vom Engagement seiner Ehrenamtlichen. Die 16 Frauen, die sich überwiegend im Rentenalter befinden, organisieren den Betrieb in verschiedenen Schichten. Donnerstags ist das KleiderEck für den Verkauf geöffnet, freitags werden Waren angenommen und sortiert. Unterstützt wird das Team von der Caritas und den örtlichen Kirchengemeinden.

„Für die Verbandsgemeinde ist es eine Selbstverständlichkeit, dieses Projekt zu unterstützen“, sagte Bürgermeister Marcus Conrad. Er dankte den Ehrenamtlichen für die Organisation und das Angebot und bezeichnete das KleiderEck als „perfekt organisiert“. Über die Jahre habe sich die Einrichtung weiterentwickelt. Für die Verbandsgemeinde sei das KleiderEck inzwischen eine Institution, auf die man stolz sein könne.

Auch Stadtbürgermeister Ingo Kleinfelder hob die Bedeutung des Projekts hervor. Es sei wichtig, ehrenamtliches Engagement sichtbar zu machen und damit eine Vorbildfunktion für andere zu schaffen. Das KleiderEck sei mittlerweile eine „etablierte, anerkannte Einrichtung, die nicht wegzudenken ist“.

Dass hinter dem Projekt verschiedene Partner stehen, wurde auch bei der Ehrung deutlich. Pfarrer Bernhard Hock, der bereits 2015 als Pfarrer vor Ort tätig war, würdigte die Menschen, die sich hier für andere einsetzen: „Alle Menschen guten Willens setzen sich für Bedürftige ein“ und übernähmen damit Verantwortung für die Gesellschaft. Auch die Caritas steht in engem Kontakt mit dem KleiderEck. Landrat Sippel dankte deshalb ausdrücklich den Ehrenamtlichen, den hauptamtlich Beteiligten und der Verbandsgemeinde.